Liebe Freunde, das Leben läuft nicht immer gradlinig ab. Wir leben in Phasen. Das ist auch das Empfinden des Teams in Shell in diesen Tagen. Es scheint nicht weiter voranzugehen, es tritt auf der Stelle. Vergleiche mit Psalm 13. Der ist ein einziger Schrei zu Gott um Hilfe: „Erhöre mich oh Gott und erleuchte meine Augen….“ Und endet mit der Freude vor Gott. Wie in vielen Psalmen, geht der Beter durch ein persönliches, existentielles Tief.
Die endgültige Freude kann unser Team derzeit nicht sehen, eher, dass sich Türen verschließen. So beendet eine Stiftung aus den USA ihre Hilfe, da der Gründer selbst alt und im Pflegeheim ist. Eine letzte große Zahlung. Die Treuen haben uns über viele Jahre unterstützt. Und wir sind dankbar dafür. Eine wichtige Stütze ist weggefallen.
Dann weitere Schwierigkeiten: Unser mobiles Röntgengerät ist defekt. Die Reparatur gestaltet sich schwierig, da ein Ersatzteil aus Altersgründen schwer zu erhalten ist. Selbst nach der Reparatur, das zeigt die Erfahrung, ist die weitere Lebenszeit sehr begrenzt ist auch wegen der immer hohen Luftfeuchtigkeit von Shell. Wir müssen deswegen gleichzeitig an einen Ersatz denken. Wir suchen also ein fahrbares Röntgengerät besonders für den OP. Früher hatten wir einen C-Bogen, ein bildgebendes Verfahren in Echtzeit, aber der hat seinen Geist längst aufgegeben. Wo kennt jemand ein mobiles Gerät, das bei 60 Hz und 110 Volt arbeitet und das wir preiswert bekommen könnten? Vielleicht aber auch ein PC – gesteuertes mobiles Röntgengerät.
Und dem nicht genug: Der letzte
Routinecheck unseres stationären
Röntgenapparates zeigte, dass die
Lebensdauer der Röhre dort am Limit ist. Eine
Röhre ist das Herzstück. Kosten ca. $ 5.000,-
Und das ist ein normaler Verschleiß wie der Ölwechsel bei einem Fahrzeug. Auch damit müssen wir rechnen.
Im letzten Brief berichteten wir vom Kauf eines neuen Stromgenerators. Das haben wir aus finanziellen Gründen erst einmal zurückgestellt. Wir werden weiter die alten Geräte reparieren lassen, denn das Problem ist größer. Richtlinien des
Gesundheitsministeriums zwingen uns zu offiziell zertifizierten Fremdfirmen, die das durchführen. Das verteuert das Hospital Stück um Stück. Freunde haben uns Mut gemacht, an eine Photovoltaikanlage zu denken. Das wäre eine gute aber auch nicht gerade billige Idee. Und wer zertifiziert und überwacht eine solche Anlage? Wer von Euch Lesern und Betern hat dazu praktische Lösungen? Wie könnte das finanziert werden?
Wir suchen einen Internisten, um die stationäre Behandlung auszubauen. Das wäre DIE Lösung für den stationären Bereich. Es wäre gut, auch einen Röntgenarzt fest anzustellen. Dann hätten wir auch bei den Echosonographien mehr Möglichkeiten. Vorschläge hätten wir genug aber was ist jetzt dran? Das Team braucht jetzt Weisheit bei solchen Entscheidungen.
Das sind die Gründe, warum sich unser Team derzeit eher im Modus von Psalm 13 fühlt. Sommerpause – weniger Patienten, weniger Unterstützung von außen – Kürzung der Arbeitszeit und damit des Einkommens. Wir sehen die Zukunft derzeit nicht so rosig wie in den vergangenen Monaten. Die Ersparnisse schrumpfen dahin. Und trotzdem wollen wir mit dem Psalmbeter einstimmen: „Ich will dem Herrn singen, dass er so wohl an mir tut!“
Denn es gibt auch viel Positives zu berichten: In der Umgebung gibt es wenige große Kirchen, dafür eine wachsende Zahl kleiner Gemeinden, manchmal aus Spaltungen hervorgegangen, aber es sind Treffen von Familien und deren vieler Kinder. Dort ist das
Leben zu spüren. Dort wird christliche
Gemeinschaft gelebt. Ganz in der Nachbarschaft des Hospital Shell gab es eine große Teeplantage von über 830 ha Land. Die hat sich nicht mehr rentiert. Die Arbeiter wurden entlassen und wenig später wurde dieses Gelände von Indigenen aber auch Spekulanten besetzt. Solche plötzlichen

Veränderungen sind immer voller sozialer Umbrüche, Not, Ungerechtigkeit. Reichtum und Armut existieren nebeneinander. Jetzt hat der Staat einiges geregelt, Wege gebaut, Stromanschluss geliefert. Grundstücke werdenamtlich anerkannt. Und mit zunehmender äußerer Ordnung entstehen auch christliche Gemeinden. Dorthin werden wir auch immer wieder eingeladen mitzuhelfen. Unser Team bietet dann kostenfreie Untersuchungen an. Für weitere Tests laden wir die Familien dann in unser Hospital ein. Das ist Hilfe für die Ärmsten, denn für solche Entwurzelten meist aus dem Urwald ohne viel Land und meist ohne Arbeit aber großen Familien ist diese Hilfe notwendig. Wenn sich dann eine christliche Gemeinschaft um die geistliche Dimension und soziale Unterstützung kümmert, ist das genau unser Teil der Aufgabe, dort mitzuwirken.

Und aktuell bieten wir eine Hilfe für
Menschen der Überschwemmungen des Río Conambo und Río Tigre im Urwald der Pastazaprovinz an.
So schnell ändert sich die Lage in einem
Missionshospital. Nach der Freude der Unabhängigkeit von Zahlungen, einem Team, das zusammengewachsen ist und Pläne hat, holt uns jetzt die Realität ein. Und wir merken, dass wir mehr brauchen. Wir benötigen auch eine breitere technische Rückendeckung:

- Bitte um eine Lösung für das Röntgen
- Bitte um eine Lösung der
Notstromversorgung
- Neue Ärzte in Innerer Medizin und/oder Röntgen
Die Erfahrung sagt uns, dass es weiter geht. Danke dass ihr Mitbeter seid. Liebe Grüße,
Das Shell Team
Eckehart & Klaudia Wolff
Spenden bitte über:
UNIDOS e.V.
DE59 6329 0110 0107 6570 07. Und mit dem Zusatz: für Hospital Shell, oder Projekt 4100 kommt die Gabe an. Eckehart: 0157 51234388
Klaudia 0176 40472792

